Roland Zwerenz, Geschäftsführer der ORTECMesse und Kongress GmbH, spricht über Trends in der Messestandgestaltung, die Bedeutung von Fachvorträgen während einer Messe – und über den Einsatz journalisch gestalteter eMagazine in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Herr Zwerenz, welchen Stellenwert haben Messen als PR- und Akquiseinstrumente für moderne Unternehmen?
Nach aktuellen Erkenntnissen liegt der Messeanteil an den Kommunikationsetats der Unternehmen stabil bei 40 Prozent. Messen spiegeln ganz genau die Konjunkturlage wider und hier hofft die Wirtschaft, das Schlimmste überstanden zu haben. Erfreulich ist auch, dass die Bedeutung der Messen in der B-to-B-Kommunikation von ausstellenden Unternehmen weiter steigt. Für 81 Prozent der Firmen sind Messen wichtig bis sehr wichtig. Das komplexeste Marketing-Instrument, das ein Unternehmen einsetzen kann, bleibt die Messe sowieso.
Welche Trends gibt es in der Gestaltung von Messeständen?
Wir können zwei Tendenzen feststellen: Einerseits gibt es die Unternehmen, die gezielt und über große Zeiträume das Messegeschäft planen und vorbereiten. Hier wird ein großer Aufwand im Messebau betrieben, denn die Verantwortlichen wissen: Messen sind das Aushängeschild eines Unternehmens. Deshalb setzen die Firmen auch auf ein individuelles Design beim Messebau. Entscheidend ist dabei nicht unbedingt das Budget des Ausstellers. Die Qualität eines Messeauftritts zeigt sich vor allem in der Idee, die dahinter steckt. Auf der anderen Seite nehmen bundesweit die kurzfristigen Standbuchungen zu, denn gerade bei den kleinen und mittelständischen Unternehmen gibt es kaum noch eine langfristige Etatsicherheit. Dieser Aussteller-Typ nutzt dann gern die „All-inclusive-Angebote“ – also fertig eingerichtete Messestände. Von diesen „Last-Minute“-Ausstellern hören wir oft:“Ich will nur noch meinen Laptop anstöpseln, dann kann die Messe losgehen“.
Welche Bedeutung haben Fachvorträge während der Messe?
Für Fachmessen hat ein umfangreiches und qualitativ hochwertiges Fachprogramm oberste Priorität, denn für viele Besucher steht mittlerweile die Wissensvermittlung an erster Stelle. Seit Jahren setzen wir bei der Konzeption der Vortragsreihen, Podiumsdiskussionen und Workshops auf die fachliche Mitarbeit von Verbänden und Institutionen, um im Rahmen der Messe Kompetenzen zu bündeln und Synergien zu erzeugen. Neue Entwicklungen kennenzulernen, Trends zu begegnen, praktisches Know-how mit nach Hause zu nehmen – die Besucherumfragen auf unseren Messen zeigen, dass der Trend weg von der reinen Produktschau und hin zur Kongressmesse geht.
Mit welchen PR-Maßnahmen akquirieren Sie Aussteller und Besucher?
Wir nutzen eine crossmediale Ansprache, um in den Zeiten der allgemeinen Informationsflut „durchzudringen“. Neben einem umfangreichen Internet-Auftritt, dem regelmäßigen Versenden von Newslettern und Mailings sowie einer kontinuierlichen Telefonakquise setzen wir auf eine konsequente Pressearbeit mit den Fachmedien und der Wirtschaftspresse. In zeitlicher Nähe zur Veranstaltung beziehen wir auch die Wirtschafts- und Lokalredaktionen der Tagespresse sowie Rundfunk und Fernsehen ein, nutzen Specials wie Sonderseiten und Messezeitungen. Abgerundet wird das Spektrum durch Face-to-Face-Kommunikation auf Unternehmertreffs, Infoabenden und Seminaren.
Wie generieren Sie Medieninteresse?
Medien interessieren sich vor allem für Innovationen und Produkt-Neuheiten. Hier setzen wir als Veranstalter an und fordern von unseren Ausstellern Informationen zu den Produkten und Dienstleistungen an, die auf dem Messestand vorgestellt werden. Die Unterlagen werden sowohl in Papier- als auch Dateiform aufbereitet und den Medien zur Verfügung gestellt. Über Pressefächer im Internet haben unsere Aussteller zusätzlich die Möglichkeit, ihre Presse-Informationen anzubieten.
Warum setzten Sie im Vorfeld der TransferX-Messen auf journalistisch gestaltete eMagazine in Ihrer Öffentlichkeitsarbeit?
Die TransferX ist eine neue Veranstaltung mit klarem Fokus auf den Wissenstransfer zwischen FuE und Industrie in ausgewählten Schlüsseltechnologien. Aus den komplexen Themenfeldern resultierte ein erhöhter Kommunikationsbedarf im Vorfeld der Veranstaltung. So waren wir auf der Suche nach einem Kommunikationsmedium, das – dem Messethema entsprechend – modern ist, neugierig macht und bei Interesse fundierte Hintergrundinformationen liefert. Hier kam uns das Konzept eines eMagazins gerade recht, zumal die Kostenstruktur bei Publikation und Versand überschaubar bleibt.Die positive Resonanz von Ausstellern, Besuchern und Medien auf die drei vor der Messe erschienenen TransferX-Magazine hat uns in unserer Entscheidung bestätigt. Wir werden das Medium eMagazine in die PR-Planung zukünftiger Messen verstärkt einbeziehen.
<< Home